Russland

km 1986: St. Petersburg


Von Berlin gings am heissesten Tag mit 35° nun raus aus Europa für lange Zeit.. St. Petersburg ist unsere nächste Station. Zu Russland hatten wir bis kaum ein Verhältnis, weshalb wir mit grosser Spannung auf die Ankunft dort gewartet haben. Da wir nun Mitte Juni in der nordrussischen Stadt (ex-)Leningrad sind, geniessen wir diese nun in der Zeit der ‚weissen Nächte‘, an denen es nie ganz dunkel wird. Der Flug ging über das sauteure Stockholm, wo wir es uns gespart haben, die verlockende Rentiersalami zu kaufen. Jasmin hätte natürlich auch gern noch das Rentierfell mitgenommen, aber so kalt, dass wir das brauchen werden, wirds in Sibirien ja hoffentlich nicht..

Angekommen am Flughafen, war ich erstmal leicht nervös bei der russischen Zolldame…

Keine Ahnung warum ich mir bei Zollmenschen immer wie ein Verbrecher vorkomme – nur nix falsch machen is das einzige in meinem Kopf. Aber nachdem das Visum gültig war und sie ein paar lange Sekunden zwischen Passbild und mir auf- und abgeguckt hatte, waren wir auch schon durch. Gepäck kam ebenso an, wie die ersten 10000 Rubel aus dem Automaten. Eher per Zufall den Expressbus erwischt, der uns direkt zur richtigen Metrostation Moskowskaja (oder auch Московская) gebracht hat. Nachdem wir ohnehin gescheitert wären, eine Fahrkarte am Automaten zu kaufen, waren wir dann froh, dass ne kleine, dicke, russische Fahrkartentante sich durch den Bus gedrängelt hat, und uns für die Fahrt 25 Rubel, umgerechnet so ca. 50 Cent, abgenommen hat. Metrofahren läuft dann eher so wie in New York, beim Eingang gibts ein Drehkreuz und da wirft man pro Fahrt nen Chip rein und los gehts so lange man will. An der Haupteinkaufsstrasse von St Petersburg, dem Newski-Prospekt (Невский проспект) haben wir uns dann doch entschieden, mit unserem (zu) schweren Gepäck für die restlichen 1.5 Kilometer zur Unterkunft n Taxi zu nehmen – und mussten prompt unser erstes Lehrgeld zahlen. 500 Rubel (ca. 10€) wollte der Sack, weil wir‘s verplant haben, das vor Fahrtantritt auszumachen. Gut, again what learned 🙂

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Das Hotel is super, nur von aussen eigentlich nicht zu erkennen. Und ich war echt froh, das doch noch bekommen zu haben. Die AirBNB Versuche waren alle kläglich gescheitert. Obwohl jeweils im Kalender alles frei war, kam entweder keine Antwort oder dass sie doch schon ausgebucht sind. Die Suche über Hostelworld hat mir dann ein paar Schweisstränen auf die Stirn gejagt, da dort ebenfalls kaum ein Zimmer für die gesamte Zeit zu bekommen war und selbst wenn, pro Person (!) zwischen €25 und €50 zu berappen gewesen wären. Schliesslich sind wir doch noch fündig geworden über booking.com, ein eigentlich schönes Zimmer für ca. €40 die Nacht.. Nur ob die Buchung auch geklappt hat, haben wir erst gesehen, als wir da waren. Aber alles gut, der Eingang sah zwar eher nach Bruchbude aus, der Aufzug wäre nix für Klaustrophobiker allein schon wegen dem erbärmlichen Zustand, aber die 7-Zimmer Wohnung namens Hotel ist mit offener Küche doch wirklich schön und familiär. Mama Matruschka hat mir grad nen leckeren russischen süssen Brei namens Kasha (oder so) zum Frühstück gemacht und sich gefreut, sich mit ihren 3 Brocken deutsch verständlich machen zu können.

Zur Zeit (Anfang Juni) sind wir mitten in den ‚weissen Nächten‘ in St. Petersburg. Weil das so nördlich ist, wirds hier in der Nacht nie so richtig Dunkel. Bis halb 12 scheint noch die Abendsonne und ab 3 wirds dann wieder langsam heller. Gestern waren wir noch im Park, wo die jungen Leute bei nem Bier im Gras liegen und chillen. Wir haben wir das auch mal gemacht, im nahegelegenen Park abends ab halb 11 bei schönstem und sehr langem Sonnenuntergang ein Picknick genossen. Konnte da mal meinen Campingstuhl nutzen, den ich ja extra mitschlepp – juhu..

Die Sonne geht doch irgendwann unter, aber es ist sicher bis halb 1 so hell, dass man easy noch ein Backgammon spielen kann. So richtig dunkel wirds dann erst gar nicht weils so ab 3 schon wieder langsam hell wird, also muss man sich ranhalten mit dem schlafen. Insbesondere wenn der Vorhang im Zimmer kaum abdunkelt. Wir haben uns dann mit Klebestreifen und Müllsäcken beholfen, um halbwegs lange schlafen zu können.

Insgesamt ist St. Petersburg neben den ganzen krassen Prachtbauten eigentlich ziemlich westlich. Von Hotdog Ständen über grosse Einkaufszentren mit allen westlichen Labels gibts hier eigentlich alles wie bei uns, die Leute haben iPhones und iPads und man denkt kaum, dass man hier im Putinland is. Mit fast 20° haben wir aber gestern von einer Pelzverkäuferin in gebrochenem Deutsch erfahren, dass es aussergewöhnlich warm für die Zeit ist – wieder mal mega Glück mit dem Wetter gehabt, vor allem weil wir fast die ganze Zeit durch Sonne hatten.

Auf der Suche nach ner Daten SIM für die Transsib bin ich dann doch mal auf die russischen Unfreundlichkeit gestossen. Egal bei bei welchem Laden ich nach ner Handybude gefragt hab, gabs nur Richtung Boden gerichtetes Kopfschütteln.. Aber wenn sie dann mal helfen, dann sehr freundlich und nett – und wenns sie ein paar Brocken deutsch können erst recht. Bin dann doch erfolgreich gewesen und hab nun ne 5GB Daten-SIM für ca. 6€ erstanden.

Die Stadt ist jedenfalls wahnsinn, wir fühlen uns mittlerweile richtig wohl und würden auch mal nur für einen Städtetrip wieder herkommen. Architektonisch ist es jedenfalls beeindruckend, was der Peter hier so hingestellt hat. Ein Prachtbau jagt den nächsten, die Parkanlagen sind genauso pompös wie die Gebäude in der Stadt.
Donnerstag waren wir noch am Peterhof, so 20km ausserhalb, ein Mega Prachtbau mit nem Haufen goldenen Statuen und ganz vielen Fontänen und Wasserspielen und nem riesen Park direkt am Meer.. Die Fahrt dahin war wieder mal so easy, wie bisher alles an Transport. Mit der Tram zur Endstation, da in den Minibus und für umgerechnet 2 Franken direkt vor die Tür gesetzt werden, also mittlerweile haben wir da keine Sorgen mehr dass wir uns krass verfahren und irgendwo im Ghetto landen.

Sobald man aber etwas rauskommt aus der Innenstadt, merkt man dann doch, dass man im Ostblock ist. Ein Plattenbau jagt den nächsten, so sieht ein Grossteil Aussenbezirke aus. Lediglich einige schöne und auch wieder pompöse Einfamilienhäuser mit Säulen und Erkern scheint der gehobenen Mittelschicht zu gehören. Ach ja, dort hats dann mal doch richtig geschüttet und wir haben uns über die Outdoor Hosen gefreut, die dann innerhalb von 2h wieder trocken waren.

 

Ach ja – kulinarisch sind wir auch richtig positiv überrascht. Für umgerechnet ca. 4-5€ pro Gericht haben wir her im schicken Stylorestaurant extremst lecker gegessen und auch alle anderen Mahlzeiten waren meistens besser, als wir sie erwartet hätten. Waren aber doch froh, wenn sie ne englische Karte hatten oder sogar welche, wo das Essen drauf abgebildet ist. Bin mal gespannt, wie das dann auf dem Land läuft… ein paar kyrillische Buchstaben können wir zwar schon lesen, aber das langt wohl kaum..

In nächster Zeit gibts n paar Bilder mehr, haben unsere neue Olympus OM-D die letzten zwei Tage mal bissl ausprobiert und viel Spass am Fotographieren entdeckt..
Heute geht’s weiter nach Moskau mit dem Nachtzug..

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knutschers

4 Kommentare

  • Sonja Ghirlanda

    viele liäbe Dank für eure usführliche Bericht über St. Petersburg und all di tolle Föteli..□:-)
    gueti Rais nach Moskau wünschi ;>》 freu mi scho druf di nächschte Bilder +Gschichte vo öi chöne zläse… ;-))

  • Mam

    Hej Ihr zwei Schatzis
    Superföteli ….Spass pur und sooo romantischis Sunnäuntergäng und mer chunnt grad luscht über sofort det anä Zreisä

    Gang i glaub au mal hi uf „“ Leningrad“““

    Han grad äs paar föteli gschtolä 🙂 für uf dä Compi als Hintergrund

    Knuuutscher und das no vill schöni und ufregendi Idrück chömet für Eu und Eus ; ))

  • Monika Henning

    Hi, wunderschöne Fotos, man sieht, dass es Euch gut geht, aber…. bist Du – Jasmin – in den Haar-Rasierer rechte Seite gefallen????
    Bussis von Mama

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