Wells Gray NP, Kamloops & Sun Peaks Bikepark

Am Ende der Einbahnstrasse im Wells Gray NP liegt ein wunderschöner Campingplatz, direkt am Clearwater River, der seinem Namen alle Ehre macht. Das Wasser ist zwar kalt, aber tagsüber kann man sich in der Sonne genügend aufwärmen für einen Sprung ins kühle Nass. Bei Sonnenuntergang kann man jeden Abend am Fluss einem Spektakel zusehen, denn die grossen Lachsforellen schnappen zu hunderten nach den ins Wasser abgestürzten Insekten.

 

Angeln kann schon frustrierend sein, wenn vor den eigenen Augen permanent die dicken Forellen aus dem Wasser springen, aber einfach keine bei mir anbeissen will. Erst am dritten Tag schnappt doch endlich auch eine dicke Forelle nach meiner Fliege. War ja klar, dass sich beim Einholen die Angelschnur im Wasser an nem Baum verhakt und ich bis zur Hüfte ins Wasser muss. Aber den hart erkämpften Fisch geb ich sicher nicht so schnell wieder her. Überglücklich bringe ich unser Abendessen stolz nach Hause – und ja, sie scheckte absolut fantastisch.


Die warmen Tage geniessen wir bei viel Sonne, Abkühlung im kalten Wasser, Lesen, Angeln und abends am warmen Lagerfeuer.

Uns wird klar, dass wir einfach zu wenig Zeit im wunderschönen Okanagan Valley verbracht haben, also planen wir unsere Route um. Statt über Whistler in Richtung Vancouver Island zu fahren, wollen wir lieber noch einmal durch das ganze Okanagan Valley, über Vernon bis runter nach Osoyoos. Bei der Gelegenheit können wir das gleich damit verbinden, dem Bikepark beim Sun Peaks Ressort nähe Kamloops und nochmals dem Silverstar Bikepark bei Vernon einen Besuch abzustatten. 

Sun Peaks hat eher ruppige, steinige Trails und ist sehr trocken und staubig, lange nicht so flowig wie im Silverstar. Jasmin kann sich für diese Art Trails nicht so sehr begeistern. Ich mache noch ein paar Abfahrten alleine, aber auch ich freue mich eher noch auf einen Tag im Silverstar.

Hinter Kamloops liegt der BC Wildlife Park. Da wir davon ausgehen, dass Kanada sicher ganz tolle Wildparks mit sehr viel Platz für die Tiere haben müsste, entscheiden wir uns für einen Besuch. Aber leider holt uns schnell die Realität ein.


Der Park ist für kanadische Verhältnisse eher winzig und die Tiere haben kaum mehr Platz als in einem normalen Zoo. Die wegen früheren Verletzungen zwar flugunfähigen Adler sind in einem vielleicht 12x3m kleinen Käfig eingepfercht. Die Grizzlys zeigen starke Stereotypien und es zerreißt uns das Herz. Lediglich die Flugshow der Adler und Eulen ist beeindruckend, denn es sind auch hier nur Tiere beteiligt, die in der natürlichen Wildbahn aufgrund verschiedener körperlicher Einschränkungen nicht überleben würden. Ich bin jedenfalls auf lange Zeit davon geheilt, wilde Tiere eingesperrt ansehen zu müssen.

 

Nach einem tollen Tag im Silverstar Bikepark fahren wir nochmals durch das wunderschöne Okanagan Valley.


In Penticton müssen wir einfach unbedingt nochmal zu „unseren“ Skaha Bluffs. Wir waren ja schon im Juli einmal hier, aber es war einfach zu kurz und so nehmen wir uns nochmal genügend Zeit, und besteigen die schroffen Steinwände. Jasmin muss sich gegen ihre Höhenangst den steilen Fels raufkämpfen, aber schliesslich sind wir oben und geniessen nochmal ausgiebig die tolle Aussicht über den Skaha Lake. 

 

 

 

Auf dem Rückweg wären wir beide um ein Haar frontal in das Wespennest gelaufen, so plötzlich taucht es hinter einer Biegung auf Kopfhöhe auf. Aber schon zu spät, prompt wird Jasmin von einer der pechschwarzen Wespen in den Rücken gestochen. 

Bei nem lecker Cocktail erholen wir uns von dem Schreck und geniessen noch ein paar Tage die Gegend rund um Osoyoos, denn uns steht eine lange Fahrt nach Vancouver bevor.

Nach ein paar Besorgungen in der City, besuchen wir Sadira und Simon in ihrem Haus in Sechelt an der Sunshine Coast. Mit der Fähre geht’s von der Horseshoe Bay nach Langley. 

An ihrem aussergewöhnlichem Haus am Hang läuft in letzter Zeit öfters mal ein Schwarzbär vorbei, letztens hat Sadira ihn erst aus dem Badezimmer beobachten können. Sie laden uns abends zu einem Dinner auf der Terasse ein und nun halten wir auch endlich unsere BM Tickets in Händen. 


Bei einer Wanderung zur Smugglers Cove können wir staunend mit ansehen, wie die hier ansässigen Biber ihre Umgebung erschaffen. Selbst vor den dicken Bäumen scheuen die Nager nicht zurück.



Die kleinen, versteckten Buchten sind gerne gesehene Ankerplätze für kleine Segelboote. Der Name kommt hauptsächlich von einem Seemann Namens Larry Kelly. Nachdem Canadian Pacific Railway fertiggestellt wurde, hat Larry neben Opium und Wein auch illegale Chinesen in die USA gebracht. Laut den Geschichten, mussten sie sich an ein Stück Roheisen anketten. Sollte der U.S. Zoll ihn dann beim Schmuggel erwischen, würde er die Chinesen einfach über Bord werfen…

Mit einem Besuch im Coast Gravity Bike Park beenden wir unseren Abstecher an die schöne Sunshine Coast. Hier werden die Leute mit Truck und Anhänger den Berg raufgeshuttled. Die flowigen Trails sind mit ihren zahlreichen Gap-Jumps manchmal zwar ne Nummer zu gross für mich, aber es macht trotz des leichten Nieselwetters dennoch enorm Spass. Verletzungsfrei machen wir uns abends Richtung Norden auf, um mit zwei weiteren Fährfahrten nach Vancouver Island überzusetzen.



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