Wandern & Biken, Raften rund um Vancouver

British Columbia ist ja bekanntlich der Traum für Biker und Hiker. Auf der Autobahn haben gefühlt ein Viertel der Autos Bikeständer am Heck und die Leute strömen in die nahegelegenen Berge. Gerade einmal 20 Minuten brauchen wir raus aus der Stadt und rein in die Trailvielfalt der umliegenden Berge. Auf der Page trailforks.com kann man sich bestens über alle Freeride und Downhilltrails orientieren, samt Höhenprofil, aktuellem Status, Fotos und Videos. Das macht es einem leichter, sich in dem oft umfangreichen Trailnetzen zurechtzufinden und sich eine passende Route auszusuchen.

Am Mount Seymour fahre ich meine ersten „echten“ Northshore-Trails mit Namen wie CBC, Pangor, Boogieman oder Corkscrew, bei denen Adrenalin und Endorphine ein Wettrennen durch die Venen machen. Die Trails sind nur so gespickt mit Holzelementen, Anliegern, Wurzelpassagen und man merkt einfach, dass die Jungs Ahnung vom Trailbau haben. 

Auf dem Rückweg von unserem Pick-a-Part Sitzekauf beim Schrotthändler fahren wir beide am Mount Sumas vorbei und geniessen die flowige Squid Line, der mit fast 6km einer der längsten Trails rund um Vancouver.

Ein Ausflug zum Lynn Mountain wird für Jasmin mit einem besonderen Tiererlebnis belohnt. Ein putziges Eichhörnchen geht auf Tuchfühlung. Auf Jasmins Rufe hin kommt es vorsichtig zu ihr. Erst guckt es interessiert und als ob es auf Jasmin’s betörende Rufe gehört hat, springt es dann sogar ihr Bein hinauf. Jasmin ist gefesselt von diesem magischen Moment…

 

 

Zurück gehts über den Fishermens Trail mit einem erfrischenden Bad im eiskalten Seymour River.

 

 

 

 

Während Jasmin fleissig Englisch büffelt, fahre ein paar Tage alleine nach Whistler und erfülle mir damit einen lange erwünschten Lebenstraum. Mit über 90 Trails aller Schwierigkeitsgrade ist Whistler als „weltbester“ Bikepark in der Szene bekannt geworden. Er ist Drehort unzähliger Bikevideos und Veranstaltungsort vieler Wettbewerbe wie z.B. der Crankworx, die im August stattfindet.

Das erste mal schlafe ich in einem der vielen Recreational Sites – den öffentlichen Camingplätzen, bei denen man ähnlich wie in Neuseeland am Eingang um die $10 in einen Briefkasten wirft. Da es rund um Whister Grizzly-Bären leben, wird man mit Schildern und Food-Boxen auf die Vorsichtsmassnahmen hingewiesen.


Zum Bikepark gibts nicht viel zu sagen, ausser AHHHHHHHHHHH!!! Die Trails wie z.B. die A-Line oder Crank-it-up sind super flowig, aber es gibt auch mehr als genug verspielt-technische aber auch ruppige Downhill Trails, die wohl den meisten ambitionierten Bikern ein breites Lächeln auf die Lippen zaubern sollte.


Der zweite Tag ist leider ziemlich verregnet, aber man hat trotzdem guten Grip und somit ist der Fahrspass nur etwas getrübt. Ist klar, dass ich auf der letzten Abfahrt noch eine Rolle über den Lenker mache und mir die Schulter etwas verknackse. Daher muss ein dritter Tag Bikepark lieber einem Angelausflug an einen der vielen Seen weichen, der immerhin mit einer kleinen Forelle belohnt wird.


Zweimal fahren in die wunderschöne Gegend rund um Coquitlam, in denen gigantische Blaubeerfelder entlang der kleinen Flüsse angelegt sind.


Am vorletzten Wochenende gehts für uns beide noch ins Bikemekka Squamish, wo wir die eher anspruchsvollen Trails mit den lustigen Namen Fred, Tinder, Your Mom und Pseudo-Tsuga unsicher machen.

 

 

 

Erneut beweisen die Kanadier, dass sie es einfach drauf haben, traumhafte Trails in die wundervollen Wälder zu schmieden.

Immerhin kommen wir auch zwei mal zum Wandern.. Einmal zum Lighthouse Park, von dem man einen fantastischen Blick auf die City hat und dann nochmal rauf zum Mount Seymour, dessen Spitze uns mit seinem Restschnee etwas überrascht hat.. Jedenfalls sind Jasmins Wandersandalen nicht unbedingt die optimalen Schuhe dafür..




Im Mai verbringe noch zwei verlängerte Wochenenden im REO Rafting Ressort, gute zwei Stunden von Vancouver entfernt. Eigentlich wollte ich dort ja die Ausbildung zum Guide machen, aber nachdem mir klar wurde, wieviel Zeit dies insgesamt in Anspruch genommen hätte, habe ich mich doch dagegen entschieden. Der Nahalatch River ist nicht nur reissend sondern auch eisigkalt und hat mit über 37 Stromschnellen der Klasse 3 und 4 ordentliche Action zu bieten.

Obwohl mein Herz doch mehr fürs Biken schlägt, hatte ich mit den knapp 20 anderen Australiern John, Linsey, Dilan, Josh – den Amis Chelsea & Paul ein paar Österreichern und ner Hand voll Deutschen Volunteers, vor allem mit dem Hamburger Jung‘ Timo – eine Menge Spass beim männermässigen Arbeiten auf dem wunderschön am Fluss gelegenen Grundstück. 


Mit Kettensäge, Spaten, Rechen, Brecheisen, Hammer, Säge & Axt gibt es auf dem riesigen Gelände am Anfang der Saison immens viel zu tun. Das Camp ist dann für bis zu 100 Gäste ausgelegt. Hier kann ich trotz gediegenem Alter endlich meine Pfadfinderferien nachholen, die ich nie hatte 🙂


Die ersten Nächte in der Lorry sind aufregend und nach den arbeitsreichen Tagen und ein paar Feierabendbieren am abendlichen Lagerfeuer schlafe ich seelig beim Säuseln des rauschenden Wildwasserflusses. 

Mit der 15-Dollar-Angel, die ich noch kurz vor dem Camp einem Kanadier bei seinem Yard-Sale abgekauft habe, fang‘ ich meinen erste kanadische Lachsforelle, die mir Tanya, die gemütliche Camp-Mami, in Form ihrer berühmt-berüchtigten und superleckere „Butter-Trout“ in die Pfanne haut. Die Zeit im Camp ist toll und macht Lust auf mehr. Bald geht es endlich los in Richtung Osten, auf in die Wildnis Kanadas. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildergallerien:

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